Solidarität in Landsberg

01.10.2016

Aktion Anker Donauwörth e.V. beim Warnstreik von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern der Integrationshilfe LLäuft e.V. !

Mit dem Bayerischen Flüchtlingsrat, refugee struggle for freedom, Rettet syrische Familien, Moabit hilft, dem Syrischen Friedenschor und vielen Helferkreisen aus Bayern! Wir haben viele neue Kontakte geknüpft. Es war eine gewinnbringende Auftaktveranstaltung und wir hoffen, dass es Folgeaktionen gibt. Chapeau Landsberg für die Organisation und das Gelingen dieser wertvollen Veranstaltung.

Unser Redebeitrag im Wortlaut: 


Liebe Freunde heute hier in Landsberg,


vielen Dank für den Aufruf und die Organisation des bayernweiten Warnstreiks der ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen in der Flüchtlingshilfe. Ich stehe hier in Vertretung unseres Vereins Aktion Anker aus Donauwörth und es war uns ein Anliegen mit einigen Helfern heute direkt vor Ort zu sein, um unserem Solidaritätsschreiben Nachdruck zu verleihen und Seite an Seite mit Euch zu stehen. Die vielen vielen Solidaritätsschreiben die Euch hier erreicht haben zeigen es - es wird höchste Zeit, dass wir gemeinsam aufstehen und unserer wertvollen, ehrenamtlichen Arbeit eine wirkliche Lobby geben. 
Lasst uns gemeinsam die Hürden benennen, die uns die bayerische Regierung bei unserer ehrenamtlichen Integrationsarbeit in den Weg stellt und in eine Richtung bringen, die unsere Arbeit und die Integration von vielen Menschen unterstützt und nicht blockiert. Wir müssen endlich gesehen und in unserer tagtäglichen Arbeit unterstützt werden. 
Die gesetzlichen Vorgaben für eine gelingende Integrationsarbeit müssen förderlich, nachhaltig und zielführend sein und dürfen nicht in einer fremdenfeindlichen und inhumanen Rechtssprechung und mit den damit verbundenen willkürlichen Verordnungen enden. 
Reden hilft – ist meine absolute Meinung, aber zum richtigen Zeitpunkt und nicht wenn Entscheidungen schon längst getroffen wurden. 
Ehrlich gesagt sind es doch wir, die ständig die Überbringer der schlechten Nachrichten sind. Briefe, Bescheide von Behörden und Institutionen werden den Geflüchteten zugestellt, deren Wortlaut sie kaum verstehen können. Wir lesen und staunen oft und versuchen Lösungen zu finden, für die wir kaum Zeit haben, denn meist sind Bescheide an kurze Fristen gebunden. 
Es geht mir meist so wie bei der Herbergssuche, die man vielerorts an Weihnachten ins Spiel bringt. Ich klopfe an, die Tür wird einen Spalt geöffnet und wieder zugeschlagen. 
Wobei meine Bitte eigentlich sehr bescheiden wäre – sie wird meist nicht mal gehört.
Was ich mir als Helfer vor Ort wünschen würde, sind nicht mal die Antworten oder der Austausch mit der großen Politik, sondern auf der kleinsten kommunalen Ebene. Es muss endlich die menschliche Verantwortung wahrgenommen werden, ein Gesehen werden und nicht das Weiterschieben und Fingerzeigen auf die nächst höhere Instanz. 
Wir, die vielen Helfer wünschen uns, dass man endlich anfängt, gemeinsam an Lösungswegen zu arbeiten oder zumindest signalisiert, dass man an einer Lösung überhaupt interessiert ist. 
… und das ist es, was in vielen Städten und Gemeinden passiert. Es wird ausgesessen, es wird mancherorts vielleicht sogar geredet und dabei eigentlich nichts gesagt.
Mein Appell an die Bürgermeister, Stadträte, Gemeinderäte – 
bitte nehmen sie sich diesem wichtigen Thema endlich an. Es geht hier um eine gelingende Integration in ihren Städten und Gemeinden und hier sind sie verantwortlich, direkt gewählt als Vertreter der Bürger ihrer Stadt und Gemeinde, ein friedliches, menschliches und sozial gerechtes Miteinander zu fördern. 
Im politischen Organigramm stehen sie auf unterster Ebene und haben einen eindeutigen Bürgerauftrag zu erfüllen und keinen politischen, denn beim Thema Asyl wurden ihnen so gut wie keine Aufgaben und Umsetzungsverordnungen von der Regierung zugewiesen. 
Genau aus diesem Grund nehmen sie bitte ihre Kommunalaufgabe endlich wahr und unterstützen sie die Integrationsarbeit der ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen durch Handeln. 
Sie, die Bürgermeister, der Städte und Gemeinden, die Stadt- und Gemeinderäte, die in ihren Ortsverbänden verschiedener Parteien sitzen, sind es letztendlich doch, die Probleme und Unwegbarkeiten viel viel leichter nach oben eskalieren lassen könnten. 
Oder gehen sie als Beispiel voran, dass Integration in den eigenen Städten und Gemeinden gewollt ist 
…und wenn sie hier positive Signale setzen wird dies auch von einer weitaus größeren Bürgerschaft getragen werden, wie sie vielleicht für möglich halten.
Ich versichere ihnen, dass es der Wunsch eines jeden Bürgers ist, nicht nur in einem Ort zu wohnen, sondern - friedlich, sicher und geborgen zu leben.. …und letztendlich ist es doch genau der Nenner, auf den es gebracht werden sollte, dass auch die geflüchteten Menschen nicht einfach irgendwo wohnen, sondern mit uns leben. 
Schauen sie sich um bei den wenigen Kollegen in den Städten und Gemeinden, wo dies bereits selbstverständlich passiert. Nehmen sie sich ein Beispiel daran und sehen, wie gewinnbringend es für alle Seiten sein kann ein Miteinander zu wollen und dafür auch offen zu stehen. Genau dies wäre auch ein Multiplikator, der uns alle in die richtige Richtung führen kann. 
Ich wünsche Euch hier in Landsberg und in allen anderen Städten und Gemeinden, dass der heutige Tag ein Zeichen dafür setzt, dass wir gehört werden, auch wenn es nur im Kleinen wäre, hätte dies bereits große Wirkung auf die Motivation und letztendlich ein Gelingen dieser großen eigentlich gemeinschaftlichen Aufgabe. Wir Ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen können diese Aufgabe nicht alleine schultern. 
Ein afrikanisches Sprichwort besagt: 
„Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun,
können sie das Gesicht der Welt verändern.“

 

 

 

 

 

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